Flacher Bauch ein für allemal

Magazin ESTETIKA, 2007

Text: Jana Hájková, foto: Tomáš Pánek
Schön ausgearbeitete Bauchpartien sind genau so zum Symbol der weiblichen Schönheit geworden, wie schwellender Busen und schmale Hüften.

Was soll man aber machen, wenn ihnen zugleich als Erinnerung and die Schwangerschaft eine trist hängende Haut am Bauch übrig bleibt?

Manchmal können sie nämlich turnen und Fitness treiben bis zum zerreissen und trotzdem werden sie der ungefälligen Auswölbung nicht los. Dann bleibt nichts anderes, als sich in die Hände eines Plastik-Chirurgen anzuvertrauen. Das Resultat ist oft fast unglaublich. Ich habe mich darüber selbst überzeugen können.

„In der letzten Woche habe ich mir das erste mal im Leben zweiteilige Badekleidung gekauft. Früher konnte ich sie mir der Figur wegen nicht erlauben“, teilt uns Monika Kucerova (38) strahlend mit. Diese zweimalige Mutter, die als Friseuse arbeitet, war damit einverstanden, dass wir ihre radikale Körperverwandlung verfolgen. Dank Diät, Änderung von Ernährungsgewohnheiten und regelmässigem Fitness treiben, ist es ihr gelungen, nacheinander fünfundzwanzig Kilo abzunehmen und bei neunzig Kilo zu landen.

„Mein Gewicht zu halten war kein Problem, aber mein Bauch, das war einfach eine Katastrophe. Bestimmt haben sich die Geburten an mir ersichtlich gemacht und wegen dem überhängenden Sack, dessen ich nicht loswerden konnte, war ich sehr unglücklich“, erklärt Frau Monika den Grund, warum sie sich schliesslich entschieden hat, sich einer Bauchplastik, d.h. Abdominoplastik, zu unterziehen. Es ist ein umfangreicher chirurgischer Eingriff, der die Problematik der hängenden Haut und der schlaffen Bauchwand, am meisten verursacht durch wiederholte Schwangerschaften oder markante Abmagerung, löst. An Frau Monika hat sich beides unterschrieben und deshalb begab sie sich in die Hände der Frau Dr. Zuzana Cerna, der Chefärztin der Laderma Klinik für plastische und ästhetische Chirurgie in Prag. Ihre Operation verfolgten wir Schritt für Schritt.

Wie man den Bauchnabel versetzt

(im Operationssaal)

Mit Frau Monika und Dr. Cerna haben wir uns das erste Mal vor fünf Monaten getroffen, am Tag der Operation. Bedingung ist ein guter Gesundheitszustand der Patientin, eine sorgfältige interne prä-operative Untersuchung. „Frau Kucerova werden wir jetzt in aufrechter Stellung fotografieren und zugleich werden wir an den Bauchpartien den Schnittverlauf markieren. Es ist notwendig, genau zu vermessen, wie viel Haut samt Unterhautfettgewebe wir entnehmen werden“, erklärt Dr. Cerna und versucht inzwischen ohne Skalpell verschiedene Schichten der Hängehaut zu ergreifen. Ein zweistündiger Eingriff in Vollnarkose folgt. Man fängt mit dem Abschneiden der Bauchwand ab. Dies wird mit einem elektrischen Skalpell gemacht, welcher hinter sich gleich die Blutgefässe brennt, womit die Blutung gestoppt wird. Der Operationsschnitt wird knapp über der Schambehaarung zwischen den beiden Hüftbeinen geführt. Mich interessiert, ob die nachfolgende Narbe in dem Unterteil des Badeanzugs versteckt werden kann. „Die Narbe ist so situiert, dass sie in der ganzen Länge von der Unterwäsche verdeckt wird. Wir versuchen sie so niedrig wie nur möglich zu führen, aber wir sind durch die Hängehaut limitiert“, erklärt Frau Dr. Cerna. Die Narben im Unterleib kann man durch Druckmassagen allmählich aufweichen. Sie verbleichen mit der Zeit, verschwinden aber selbstverständlich nie ganz. Es ist immer etwas für etwas.

Bestandteil der Operation ist ausser der Entfernung der überschüssigen Haut vom Bauchnabel runter auch neue Einsetzung des Nabels in die schon straffe Haut (nach der Straffung wird eine Öffnung an der Stelle des Nabels für seine neue Einsetzung geschnitten). „Ziel des Eingriffs ist zugleich die Verstärkung der geraden Bauchmuskeln, welche während der Schwangerschaft auseinandertreten können. Diese werden während der Operation zusammengenäht und die Taille wird somit schlanker. Meistens sind es ein paar Zentimeter“, fügt Frau Dr. Cerna hinzu.

Die Operation naht ihrem Ende. Schliesslich wird in mehreren Schichten, welche die nötige Festigkeit sichern, der obere und untere Hautrand zusammengenäht. Unter der lockeren Haut sind noch Dräne, die in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Operation Blut und Gewebesekret abführen.

Aushalten und nicht zunehmen

(die ersten sechs Wochen)

„Der Schmerz, wenn es zu sich kommt, kann noch ausgehalten werden“, sagt tapfer Frau Monika, welche 36 Stunden nach der Operation von der Klinik entlassen wurde. „Als ich nach Hause fuhr, ging ich in leichter Vorbeugung, damit ich die Operationswunde nicht anstrenge – aber so hat es mir Frau Doktor befohlen. Sie wissen, vom Bett stehen sie seitwärts auf – wie nach der Entbindung – und zu Hause musste ich dann zehn Tage praktisch nur liegen“, fügt sie hinzu. Die Klinik habe ich zwar mit einem neuen Bauch verlassen, aber vorläufig bleibt er durch spezielle Unterwäsche versteckt. Oder besser gesagt in einem Bauchgürtel mit Klettverschluss, welcher ich die nächsten 6 Wochen getragen werden muss. Ungefähr gleich lang ist auch die Gesamtzeit der Rekonvaleszenz, hängt aber auch von den Heilungsmöglichkeiten jedes Menschen ab. Erst nach dem Ablauf dieser Zeit können sie mit anstrengender Arbeit und Sporttätigkeit anfangen. Mit ruhigeren Turnübungen kann aber schon nach vier Wochen angefangen werden. Auf jeden Fall ist es aber notwendig, sich einen vierzehntägigen Urlaub zu nehmen und zu Hause zu bleiben. Es hängt auch von der Art der Arbeit ab, die sie verrichten. Sehr trostbringend ist aber die Information, dass wenn sie allen Anweisungen des Arztes folgen, sollte der Bauch ein für allemal flach bleiben. Es hat nur eine Bedingung – sie dürfen nicht zunehmen.

Premiere im Badeanzug

(nach fünf Monaten)

Wenn ich Frau Dr. Cerna frage, wie sie nach fünft Monaten das Resultat ihrer Arbeit bewertet, antwortet sie: „Aus meiner Sicht bin ich zufrieden, das ästhetische Ergebniss ist sehr gut, und überdies war Frau Kucerova eine wirklich disziplinierte Patientin. Und das ist eine sehr wichtige Voraussetzung für den Erfolg. Aber fragen sie besser sie, wie sie sich fühlt“, schliesst die operierende Ärztin ab.

„Wie jede Frau, wollte auch ich einfach gut aussehen. Das was mir früher am Bauch wehte hat mir wirklich das Leben sauer gemacht. Heute ist es etwas anderes. Es schmeichelt mir, dass ich mir von meiner achtzehnjährigen Tochter einen Rock leihen konnte. Vorher würde ich nicht einmal reinpassen“, äussert sich Frau Monika befriedigt, auch wenn sie sich von heute an eine neue Garderobe besorgen müssen wird. Ihr Traum über eine neue Figur ging beinahe in Erfüllung, aber wie sie sich noch beklagt, belastet sie ihr grosser Busen. „Aber ihr Tag wird vielleicht auch noch kommen. Meinem Ehemann gefallen sie zwar, aber Brustkörbchen der Grösse G zu tragen ist nichts Angenehmes. Ich denke über Verkleinerung und Neugestaltung der Busen nach. Ich leide unter akuten Rückenschmerzen und einen BH in dieser Grösse zu finden? Manchmal unmöglich. Auch den Badeanzug musste ich lange suchen, bevor ich sie gefunden habe. Aber trotzdem freue ich mich jetzt sehr auf den Urlaub am Meer. Das erste Mal werde ich mich nicht für meinen Speck schämen müssen.“

Für wen ist die Operation und für wen nicht

Frau Kucerova war eine ideale Patientin auch aus einem anderen Grund, als nur dass sie die Rekonvaleszenz diszipliniert absolviert hat. Sie plant keine weiteren Kinder, umgekehrt würde ihr die Ärztin raten, die Bauchplastik zu verschieben. Wenn sie nach der Plastik wieder schwanger werden sollte, würde die Gefahr drohen, der Effekt des Eingriffs würde mit der Baucherlangung zunichte gemacht. Und was das Alter angeht, in welchem dieser Eingriff durchgeführt werden kann? Seine obere Grenze bestimmt ein guter Gesundheitszustand.

Ist eine Liposuktion immer Bestandteil einer Bauchplastik?

Meistens ist es nicht notwendig, schon bei dem alleinigen Eingriff wird die Haut samt Unterhautfettgewebe entnommen. Sollten dann doch „überschüssige“ Fettpolster an den Hüften bleiben, kann mit einem Zeitabstand die Bauchplastik durch Liposuktion dieser Gegenden vervollständigt werden.

Was sollten sie bestimmt wissen

„Grundsätzlich rate ich von der Operation Patienten ab, denen es gerade gelungen ist, abzunehmen. Vor allem nach grösserer Gewichtabnahme bringt der Mensch seinen ganzen Metabolismus durcheinander“, sagt Frau Dr. Cerna. „Ideal ist es, wenn sie ihr neues Gewicht mindestens sechs Monate bis ein Jahr halten und erst dann, nach einer gründlichen Voruntersuchung, sich dem Eingriff unterziehen. Die Bauchplastik ist eine anspruchsvolle Operation und auch bei ihr gilt ein erhöhtes Risiko verschiedener Komplikationen wie Blutung, Trombose oder embolischer Vorfälle. Deshalb legen wir grossen Wert auf gründliche Vorbehandlung. Die Bauchpartie kann nicht einfach nur so abgeschnitten werden. Der Patient muss wirklich gesund sein, abgesehen von guter körperlicher Kondition, empfehlen wir mindestens vierzehn Tage vor der Operation täglich 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit zu trinken!“ rät die Ärztin.

Die Ergebnisse der Operation können bei jedem Patient unterschiedlich sein, das hier präsentierte Ergebnis kann nicht garantiert werden.